Der Skiclub Sarntal

OK - Skiclub SarntalVor Jahrzehnten lag in Sarnthein und Umgebung von Ende November bis Ende März noch genügend Schnee, um wintersportliche Aktivitäten durchzuführen. Die Gründung eines Skiclubs im Ort lag auf der Hand – im Oktober 1930 war es endlich soweit. Auf Initiative von Franz Gänsbacher, Franz Springer, Toni Aichner, Toni Kofler und Fritz Plankl wurde der erste Sarner Skiclub als „Associazione Sarentinese Sport Invernali“, kurz ASSI genannt, gegründet.

Die Führung des neu gegründeten Vereins wurde in die Hände des Geschäftsmannes Franz Gänsbacher gelegt, denn dieser war ein Pionier was den Alpinen Skilauf betraf und hatte schon an Skirennen auf der Marmolata teilgenommen. Seinen Erfahrungsschatz sollte er in den neugegründeten Klub einbringen.

Ein Startproblem stellte damals die Beschaffung von Ausrüstung dar. Anfangs wurde es vom Militär in Sterzing geliehen. Im Frühjahr mussten die meisten Skier zwar zurückgegeben werden. Einige Paar  durfte der Verein allerdings behalten, die vom Skiclub wiederum den interessierten Mitgliedern zur Verfügung gestellt wurden.

Natürlich wurden auch Rennen organisiert, die einen regen Zuspruch erfuhren. Allerdings liefen sie ein wenig anders ab als heute. Zunächst musste eine Piste „getreten“ werden. Zum Start, der häufig bei der Sarner Skihütte auf Auen lag, kamen die Teilnehmer zu Fuß – allerdings erst nachdem sie vorher bei einer Marende gemütlich beisammen gesessen hatten. Das Ziel lag auf der Postwiese direkt im Dorfzentrum von Sarnthein. Die Laufzeit der einzelnen Teilnehmer wurde gemessen, nachdem man zwei Uhren, verteilt auf Start und Ziel, vorher gleich gestellt hatte. Da konnten manchmal schon ein paar Hundertstel verloren gehen. Bei einer Siegerzeit von 15 Minuten für die Abfahrtsstrecke von der Skihütte bis ins Dorf spielten Bruchteile einer Sekunde aber ohnehin keine Rolle beim Ausgang des Rennens.

In den 60er Jahren errichtete Gänsbacher in der „Aufhamm-Wiese“ in Rungg einen kleinen Schlepplift. Dort und beim Skilift in Pens fanden in der Folge die verschiedenen Rennen statt. Im Laufe der Zeit kamen der Schlepplift beim Hotel Feldrand und der „Laurin“-Lift in Muls dazu, wo ebenfalls Rennen gefahren wurden.

Einen kräftigen Impuls erhielt der Skiclub Sarntal durch die Verwirklichung des Skigebietes in Reinswald sowie durch die Skiproduktion bei „Sarner Ski“ in Sarnthein, mit der es anfangs der 80er Jahre allerdings schon wieder vorbei war. Dies tat der Skibegeisterung vor allem bei der Jugend keinen Abbruch. Erste Erfolge im Nachwuchsbereich ließen nicht auf sich warten: Vier Mitglieder des Sarner Skiclubs erkämpften sich die Teilnahmeberechtigung bei den Italienmeisterschaften der Schüler. Martin Stauder wurde in Ponte di Legno Italienmeister bei den Kindern. Sabine Laganda avancierte zur mehrfachen Italienmeisterin und Patrick Thaler arbeitete sich von Rennen zu Rennen auf der Karriereleiter empor und erlebte eine erste Sternstunde, als er Zweiter bei der Juniorenweltmeisterschaft 1997 in Schladming wurde und nur einem gewissen Benjamin Raich den Vortritt lassen musste.

Im Skigebiet Reinswald liegt der alpine Skirennlauf im Aufwärtstrend. Seit ein paar Jahren verfügt man über eine international-homologierte Abfahrtspiste, die für FIS-Rennen (Abfahrt und Super G) für tauglich erklärt wurde und somit auch größere und bedeutendere Rennen wie etwa Italienmeisterschaften und Europacup-Rennen zur Austragung ermöglicht.