Bernhard Graf ist das Siegen in Reinswald gewöhnt
Wie vor zwei Jahren hat der Österreicher Bernhard Graf im Sarner Skigebiet die Super-Kombination gewonnen. Und wie im Februar 2009 ließ der 22-Jährige auch heute den Grauner Hagen Patscheider hinter sich. Dritter wurde mit Manuel Wieser ein weiterer ÖSV-Athlet.
Dabei sah es nach dem ersten Lauf, der Abfahrt, nicht nach einem Sieg Bernhard Grafs aus. Auf der verkürzten Strecke landete der Dornbirner in 1.22,52 Minuten nur auf Platz 14. Im zweiten Durchgang, dem Slalom, fuhr der Vorarlberger wie entfesselt und stellte in 47,40 Sekunden die zweitschnellste Zeit im Stangenwald auf.
Mit der Gesamtzeit von 2.09,92 Minuten und 0,13 Sekunden Vorsprung auf Hagen Patscheider setzte sich Graf wie schon vor zwei Jahren vor dem Südtiroler durch. Damals war der Österreicher sogar nur 0,04 Sekunden schneller. Bernhard Graf hat in seiner Karriere drei Medaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften gewonnen und bei der Universiade in Erzurum gewann der 22-Jährige zwei Gold- und eine Bronzemedaille.
Bei Hagen Patscheider zeigt die Formkurve deutlich nach oben. Nach einem durchwachsenen Saisonstart kommt der 23-jährige Grauner immer besser in Fahrt. Auch Patscheider hatte in der Abfahrt nicht einen idealen Lauf erwischt und nur Rang 19 belegt. Für Patscheider stand am Ende die viertschnellste Zeit im Slalom zu Buche. Mit dem zweiten Platz bei der heutigen Super-Kombi feierte der Grauner sein bestes Ergebnis in dieser Saison und dürfte neuerlich viel Selbstvertrauen für die nächsten Rennen getankt haben.
Dritter wurde Manuel Wieser. Der 20-jährige Nordtiroler landete zum ersten Mal im Europacup auf dem Podium, nach zwei Top-Ten-Ergebnissen in der zweitwichtigsten Rennserie. Sein Rückstand auf Teamkollege Graf betrug 0,19 Sekunden. Auch Wieser war in der Abfahrt nur im hinteren Feld gelandet (Platz 22), und hatte mit der dritten Slalomzeit den Sprung aufs Stockerl geschafft.
Vorjahressieger Andy Plank aus Sterzing musste sich heute mit Platz 16 zufrieden geben. Mit Stefan Thanei aus Burgeis kam auch ein dritter Südtiroler in die Top 30. Beim heutigen Rennen waren insgesamt 107 Athleten in der Abfahrt am Start. 72 Skirennläufer kamen beim Slalom ins Ziel und wurden dementsprechend gewertet.
Mit Claudio Ravetto war heute der Cheftrainer der italienischen Nationalmannschaft als Zaungast in Reinswald, der mit den „Azzurri“ bei der WM in Garmisch insgesamt sechs Medaillen gewinnen konnte. Heute beobachtete er seinen Nachwuchs genau.
Die Sarner Europacup-Woche wird morgen mit dem Super-G abgeschlossen. Der Start erfolgt um 9.30 Uhr.
Die Stimmen zum Rennen:
Bernhard Graf (AUT), Sieger:
„Die Abfahrt war nicht der Hit. Ich habe Schwierigkeiten beim Gleiten und in den Gleitkurven, dort bin ich nicht so schnell. Aber im Endeffekt hat alles gepasst. Beim Slalom hatte ich ehrlich gesagt ganz ein schlechtes Gefühl und hätte mir im Ziel nie gedacht, dass ich Erster bin. Die Slalompiste taugt mir, die Abfahrt nicht so. Morgen beim Super-G kann ich vorne mitfahren, wenn alles passt. Ich bin in Richtung Fixplatz unterwegs, das gibt mir viel Selbstvertrauen.” Audiodatei Bernhard Graf
Hagen Patscheider (ITA/Graun), Zweiter und bester „Azzurro“:
„Ich bin total zufrieden und hätte mir nach der Abfahrt nicht mehr gedacht, dass ich noch aufs Podium fahren kann. Ich habe mich während der Abfahrt nicht schlecht gefühlt und trotzdem einen großen Rückstand aufgerissen. Wo ich die Zeit liegenlassen habe muss ich erst noch analysieren. Im Slalom bin ich gut gefahren, obwohl ich mir das nicht zugetraut hätte. Ich habe versucht anzugreifen und das ist mir auch gelungen. Wie vor zwei Jahren bin ich auch heuer Zweiter geworden, deshalb kann man schon sagen, dass mir die Plankenhorn liegt. Morgen im Super-G habe ich das Zeug um zu gewinnen, ich werde jedenfalls das Beste geben.“ Audiodatei Hagen Patscheider
FIS Europacup Super-Kombi, Ergebnisse:
1. Bernhard Graf (AUT) 2.09,92 Minuten
2. Hagen Patscheider (Graun/ITA) 2.10,05
3. Manuel Wieser (AUT) 2.10,11
4. Kristian Haug (NOR) 2.10,24
5. Josef Ferstl (GER) 2.10,37
6. Mauro Caviezel (SUI) 2.10,49
7. Ferran Terra (SPA) 2.10,54
8. Max Franz (AUT) 2.10,55
9. Vincent Kriechmayr (AUT) 2.10,59
10. Jonas Fravi (SUI) 2.10,62
















